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Digitalisierung und Gesundheit

20170517_165604_resizedGestern durfte ich die sehr interessante Veranstaltung „Digitalisierung und Gesundheit – Eine Herausforderung für Unternehmen“ der Techniker Krankenkasse im Technologiezentrum Aachen moderieren. Bei dem Thema schlagen zwei Herzen in meiner Brust:

Zum einen das der Fachkraft für Suchtprävention. In meinen vielen Unternehmenskontakten höre ich immer häufiger, dass die Digitalisierung und der Umgang mit neuen Medien die Mitarbeitenden beängstigt, überfordert und manchmal auch stresst. Viele haben das Gefühl, nicht mehr hinterher zukommen oder beklagen, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben ungünstig verschwimmen. Das alles kann zu Lasten der Gesundheit gehen.

Zugleich arbeite ich als Social Media Managerin, sodass mobiles Internet, Social media Kanäle und digitale Medien zu meiner täglichen Arbeit gehören. Schließlich sorge auch ich für Datenflut und mute meinen Fans und Followern meine Botschaften, in meinem Tempo zu.

Das Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Gesundheit wird Ihnen sicher auch allen bekannt sein. Was aber häufig eher „nur“ ein Gefühl ist, wurde von Prof. Dr. Anja Richert fachlich untermauert. Sie ist Juniorprofessorin für Agiles Management an der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen University und Geschäftsführerin des Zentrums für Lern- und Wissensmanagement. Die Referentin hat aufgezeigt, welche Megatrends schon heute die Arbeitswelt prägen und wie die digitale Revolution voranschreitet. Vieles sei technisch schon jetzt machbar, aber ob wir diese Veränderungen wirklich wollen, was dies für ethische, moralische oder auch juristische Aspekte mit sich bringt, darüber müsse man sprechen. Gerade Roboter oder Virtual Reality könne unsere Arbeit erleichtern und lebenslanges Lernen revolutionieren. Aber ob wir damit wirklich selbstbestimmter arbeiten und lebenslang lernen werden und ob das immer für alle gesünder sei, bleibe fraglich.

Im nächsten Beitrag stellte Frau Dr. Stefanie André von grund:gesund einige Thesen vor, wie es um das Betriebliche Gesundheitsmanagement sowie das Thema Gesundes Arbeit in Unternehmen und in Zeiten der Digitalisierung bestellt ist. Sie ist seit über zehn Jahren im Bereich von Prävention und Gesundheitsmanagment tätig – sowohl als Lehrbeauftragte und Dozentin, als auch als ehemalige Führungskraft eines Sozialversicherungsträgers oder eben jetzt selbständig als Referentin und Beraterin in ihrem eigenen Unternehmen. Ab Sommer beginnt sie ihre Professur an der Technischen Hochschule Mittelhessen und forscht zu Themen des BGM. Auch wenn das Thema Digitalisierung viele Fragen in diesem Bereich aufwirft, drückt doch der Schuh in den Unternehmen – zumindest zurzeit – eher bei den zwischenmenschlichen Themen wie Kommunikation, gesundes Führen, Achtsamkeit, Resilienz etc.

Im Anschluss an die beiden Vorträge hatten die Gäste die Möglichkeit, in einem World Café über ihre Erfahrungen mit dem Thema, ihren Befürchtungen sowie den Chancen, die sie sehen, zu diskutieren.

Mein Fazit der Veranstaltung:
Vieles konnte gestern nur angestoßen werden. Fragen blieben offen, die nun zum Nachdenken anregen. Dazu haben die zwei hervorragenden Vorträge der fachlich sehr versierten und sympathischen Referentinnen beigetragen. Mir hat es mal wieder sehr viel Freude bereitet, durch das Programm zu moderieren. Eine gute Portion Aufregung zu Beginn gehört da irgendwie immer dazu. 🙂

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